Probleme mit den Füßen - und was wirklich hilft!

Gesunde Bewegung ist sein Fachgebiet: Dr. phil. Jens Wippert. Vor mehr als 20 Jahren hat er als Physiotherapeut begonnen, vor zwei Jahren hat er dann in München seine eigne Praxis eröffnet. Das Motto: Gesund in Bewegung. Die Basis: Das Spiraldynamik-Konzept, das durch eine Bewegungsanalyse zu einem gesunden Körperbewusstsein verhelfen soll.

goFree Concepts: Mit welchen Fußproblemen kommen die meisten Patienten zu Ihnen?

Dr. phil. Jens Wippert: Unsere Patienten entsprechen dem Bevölkerungsdurchscnnitt: mehr Frauen als Männer, eher über 50 Jahre. Die Hauptdiagnose lautet Knick-Senk-(Spreiz)-Fuß. Aus dieser „Grundfehlstellung“ heraus entwickeln sich dann weitere bekannte Pathologien: Hallux valgus, Fersensporn, Metatarsalgie (Schmerzen unter dem Vorfuß) sowie Hammer- und Krallenzehen.

Woher kommen diese Fußbeschwerden?

Hier lassen sich generell interne und externe Faktoren unterscheiden. Externe Faktoren sind zu enge und/oder zu hohe Schuhe, zu wenig gehen auf unebenem Gelände ohne Schuhe (fehlender Reiz/Stimulation bzw. Training der Fußmuskulatur). Zu internen Faktoren zählen zum Beispiel die Schwäche der (Fuß)Muskulatur, Beinachsenfehlstellungen, Schwäche der Becken und Wirbelsäulenstabilisierenden Muskulatur oder Hohlkreuz. Im Grunde ist es immer die Summe vieler Faktoren, eine Mischung aus zu wenig bzw. zu viel nicht physiologischer Bewegung.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Gegen die externen Faktoren kann man leicht vorgehen: passendes Schuhwerk, hohe Schuhe nur selten, mehr unterschiedliche Untergründe und das am besten barfuß (in Maßen). Die internen Gründe kann man therapeutisch – am besten nach dem Spiraldynamik®-Prinzip – angehen: Identifikation der beteiligten Strukturen und funktionellen Probleme, dann gezielte Therapie mit folgenden Lernschritten: Wahrnehmung, Mobilisation, Anbahnung/Kräftigung der Muskulatur und am Ende Integration des Erlernten in den individuellen Alltag. Dabei lernt der Patient nicht nur die Füße, sondern den ganzen Körper wieder funktionell richtig einzusetzen durch Wirbelsäulenaufrichtung, Beinachsentraining, Fußgewölbeaufrichtung.

Können Barfußschuhe gegen solche Probleme vorbeugen? Oder vielleicht sogar in Therapie eingesetzt werden?

Vorbeugend kann jede Art von Training wirken, die zur funktionellen Stärkung der gesamten Aufrichtungskette beiträgt. Das Tragen von Barfußschuhen alleine reicht zwar nicht. Generell ist bei sachgerechter Nutzung von Barfußschuhen eher von einem positiven Effekt auf die Stärkung der Fuß- und wirbelsäulenaufrichtenden Muskulatur auszugehen.

Haben Sie selbst schon einmal Barfußschuhe ausprobiert?

Ich besitze seit ca. drei Jahren Barfußschuhe, ein Paar für die Berge und ein Paar für den „Business-Alltag“. In der Praxis bin ich zumeist barfuß bzw. mit Socken unterwegs.

Der Experte:

Dr. phil. Jens Wippert, Praxis SANAMOTUS, Eisenmannstr. 4, 80331 München

www.sanamotus.de, Facebook: Sanamotus

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