Kristallmarathon in Merkers: Ein Fest für Rennsandalen

Perfekte Sommerbedingungen für Sandalenläufer im Februar? Jürgen war für uns unter Tage und hat sich den Kristallmarathon in Merkers einmal genauer angesehen.

Ihr sucht eine Möglichkeit, um mitten im Februar einen Lauf in cooler Atmosphäre bei perfekten Sommerbedingungen in leichten Laufklamotten unter die Füße zu nehmen? Bei wohltemperierten 21 Grad, geringer Luftfeuchtigkeit, garantiert regen-, sturm- und frostsicher, mit einem geeignetem Terrain für Rennsandalen unter den blanken Füßen? Da hätte ich eine Lösung. Mallorca? Nö. DomRep? Nö. Ja wo denn dann? Merkers in Thüringen! Aber da isses aber doch auch Winter? Ja klar, AUF dem Erdboden, wo wir sonst alle gehen und stehen, aber eben nicht 500 Meter weiter UNTEN in der Erde, tief im Schacht vom Salzbergwerk.

 

Spannendes Hamsterrad...

Am 16. Februar war's mal wieder soweit: Der 14. "Merkers Kristallmarathon" stand auf dem Programm - für mich unverhofft, doch das ist eine andere Geschichte. AUF einen Berg zu laufen ist ja alltäglich, aber IM/UNTER dem Berg zu laufen ist schon ziemlich abgefahren und ein Lauf unter Tage ist was ganz besonderes. PS: Keine Angst, dass man sich im Höhlenlabyrinth verliert. Gelaufen wird auf einem Rundkurs á 3,25 km/Runde. Also klare Rechenaufgabe: Auf der Marathonstrecke drehen wir 13 Runden. Hört sich an wie Hamsterrad und erinnert im ersten Moment etwas an "Und ewig grüßt das Murmeltier". Ist aber nicht so. Mir wurde es jedenfalls nie langweilig, weil eben das "Setting" nicht alltäglich ist.

...mit einigen Höhenmetern

Bisher hatte ich übrigens geglaubt, dass Minenstollen flach sind und wurde in Merkers schon kurz nach dem Start eines Besseren belehrt, als es gleich heftig in die erste längere Steigung ging. Insgesamt geht's auf dem Rundkurs recht wellig zu und gelegentlich sind auch biestige Rampen drin, wo´s knackig rauf und an einer Stelle mit 15% Gefälle auch ebenso steil wieder runter geht. Auf 42 km kommen auf diese Weise nochmal gut 750 Höhenmeter zusammen. Der Bericht wäre nicht vollständig, ohne die Leistung des Orga-Teams, der Helfer an den Ständen und den Bergleuten vor Ort wenigstens kurz hervorzuheben, die alle mit dem Herzen an der Veranstaltung wirken. Es "menschelt" noch weitestgehend und gute Laune und gute Gespräche sind garantiert.

Zum Material unter den Füßen

Ich habe für den Untergrund meine ältesten LUNA Mono 2.0 Sandalen rausgekramt. Die sind zwar total abgerockt, hinten fast flach nach gut 1.200 km Laufleistung, aber dafür völlig eingelaufen, ohne Risiko, dass mittendrin was zwickt, langlauferprobtes Material eben. Die passen wie Socken.

 

Ja ok, es gehen auch die üblichen High-Tech-Laufschuhe mit Stabilisierungshilfen rundherum und einer zusätzlichen Bouncegarantie dank dicker EVA-Sohle, so wie sie halt 99,9% der Mitläufer auch trugen. Als Sandalist oder Minimalschuhrenner biste schon der Exot (es gab aber immerhin vier davon auf der Mara-Strecke, zwei ganz barfuß... Chapeau, das muss man können... ) und wie üblich sind neugierige bis skeptische Blicke Deiner Mitläufer garantiert, von den Grubenprofis mal ganz abgesehen, die das auch eher nur stirnrunzelnd dulden, sollte mal der Blick auf die freien Füße fallen, und mit Verweis auf Sicherheitsbestimmungen ist das Minimalmaterial bestimmt nicht offiziell akzeptiert. Es empfiehlt sich also, bei der Einfahrt in die Grube ein Paar konventionelle Laufschuhe dabei zu haben, die man notfalls auch anziehen müsste, um nicht in letzter Minute einen Feldverweis zu riskieren, denn das Hausrecht hat der Grubenbetreiber.

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